Geschichte

Wir über uns

1998 begannen wir, mit einer Gruppe von Jugendlichen aus den verschiedensten Frankfurter Stadtteilen, die unsere Theaterstücke sahen und starkes Interesse zeigten, unseren Theater Jugendclub.

Aus mehrjähriger Arbeit mit ganz unterschiedlichen Produktionen entwickelte sich das TheaterGrueneSosse - Junges Ensemble.

Im Zentrum unserer Arbeit steht die Vermittlung von Schauspiel-Techniken, der Prozess der Ensemble-Arbeit von der Materialsammlung über die Proben bis zur Vorbereitung der Premiere. Im zentralen Blickpunkt liegt die Gruppe und der Umgang miteinander, denn dieser wird sich letztendlich auf der Bühne ausdrücken.

Als besondere Auszeichnung hat das TheaterGrueneSosse - Junges Ensemble von der Stadt Frankfurt den "Frankfurter Karfunkel 2011" für die Produktion Testosteron erhalten.

Außerdem wurde das Jange Ensemble mit Testosteron als eine von 8 herausragenden Inszenierungen zum Theatertreffen der Jugend vom 27. Mai bis 4. Juni 2011 nach Berlin eingeladen.

Testosteron ist zum Festival Internazionale del Teatro in Lugano/CH vom vom 19.-28. Oktober 2012 eingeladen.

EXIT
Eigenproduktion

Reaktionen im Umgang mit Eltern, die sich trennen. Eine künstlerische Demontage.
Wenn Eltern sich trennen, funktioniert das alte Regelwerk nicht mehr. Die Kinder müssen in radikal veränderten Verhältnissen einen neuen Platz finden. Ungewohnte Dynamiken entstehen, Strategien werden entwickelt und Widerstände sichtbar. Durch das Hineingehen in die Einschränkungen werden neue Kräfte wach.
Uns interessierte am stärksten, was in und zwischen den Per- sonen passiert. Insofern sind die Handlungen im Stück weder an bestimmte Figuren noch an Geschlechter gebunden.
Die vier jungen DarstellerInnen wechseln flexibel zwischen den Situationen und Bildern. Mit großer Offenheit arbeiten sie sich an Zuständen ab, von denen einige sonst nur im Verborgenen stattfinden. Sie können Handlungsweisen von allen an der Trennung Beteiligten benutzen.
Wir nehmen den Zuschauer mit in die Perspektive des Kindes. Was fest steht, löst sich auf und bildet sich neu.

Konzept, Regie, Choreografie:       

Willy Combecher, Wiebke Dröge

Bühne:  Detlef Köhler

Spiel:   Mariyama Ebel, Hadi El Harake, Ali Ekizce, Esther Schneider
 
Alter: ab 14 Jahren

Salto Exit

 
Testosteron

In musikalisch bewegten, schnell wechselnden Szenen stellt das Junge Ensemble des TheaterGrueneSosse die plötzlichen Stimmungs-schwankungen, Gedankensprünge und Reaktionen eines Jungen in der Pubertät dar. Sie zeigen seinen Weg vom ersten Samenerguss, über erste Annäherungen und Berührungen, seine Unsicherheiten über die Gefühle der Mädchen und ihre Erwartungen, bis hin zur ersten Liebe. Aus autobiographischem Material entwickeln die vier jungen Schauspieler die Figur Alex, die ihn umgebenden Personen und die Spielsituationen.
 „…Alles ist jetzt anders. Ich fühle Kräfte in mir wie ein Bär, kann mich aber auf nichts konzentrieren. Weibliche Wesen, Mega-Magneten! Wie ferngesteuert zielt mein Blick auf Brüste, Beine und Hintern. Ist das bei den andern Jungs auch so? Was denken die Mädchen über mich? Bin ich noch normal? Ich brauch ne kalte Dusche!
Meine Gedanken kreisen nur noch um Sex, Sex, Sex…“

Regie: Willy Combecher
Dramaturgie: Santo Pedilarco
Choreographie: Wiebke Dröge
Spiel und Musik: Ossian Hain, Karl Kiesel, Daniel Shnitzer, Frowin Reber
Autoren: Junges Ensemble

Für diese Produktion hat das Junge Ensemble den Karfunkel - den Kinder- und Jugendtheaterpreis der Stadt Frankfurt 2011 erhalten.

Mit dem Stück Testosteron wurde das Junge Ensemble zum Bundestreffen Junges Theater 2011 nach Berlin eingeladen.

TrennerBaustelle TRAUM

Wenn ich hier auf diesen Bänken sitze, stelle ich mir vor, wie es wäre, jemand anderes zu sein:

„Guten Abend. Mein Name ist Clara. Ich arbeite in einem Kosmetikstudio in leitender Position,“ oder „Ich bin nicht der Frank. Man will mich nur dazu machen. Name? Hier eintragen! Vorname, Komma, dahinter. Geb. am, Staatsangehörigkeit, Augenfarbe.....blablabla. Das bin ich nicht!“ Nein: „Am liebsten sitze ich hier allein im Kino. Ich lasse meine Gedanken schweifen, wenn der Abspann läuft. Aber mit Dir zusammen ist es noch viel schöner!“

Vier Jugendliche haben Figuren erschaffen und nehmen das Publikum mit an deren Lieblingsorte, an die Baustelle ihrer Träume.

Arbeitest Du an Deinem Traum? Glaubst Du an ihn? Wird er verhindert? Hast Du ihn gefunden oder suchst Du ihn immer noch? Zweifelst Du an ihm? Beeinflusst er Dein Leben?
Eigenproduktion des TheaterGrueneSosse-JungesEnsemble Text: Ensemble und Willy Combecher Spiel: Eva Eisenberg, Anja Weyrauch, Karl Kiesel, David Segler Dramaturgie: Santo Pedilarco Regieassistenz: Daniel Shnitzer Regie: Willy Combecher
Zertanzte Schuhe

Es war einmal ein König, der hatte zwölf Töchter, eine immer schöner als die andere. Sie schliefen zusammen in einem Saal, wo ihre Betten nebeneinander standen, und abends, wenn sie darin lagen, schloss der König die Tür zu und verriegelte sie. Wenn er aber am Morgen die Türe aufschloss, so sah er, dass ihre Schuhe zertanzt waren, und niemand konnte herausbringen, wie das zugegangen war...

Ein König, zwölf Töchter und jede Nacht zertanzte Schuhe. Wann habe ich meine Schuhe zertanzt? Fragen sich sieben Jugendliche und machen sich auf die Suche nach ihren Geschichten. Sie zertanzen ihre Schuhe bis zum Morgen und erzählen dabei ihre Versionen des Grimmschen Märchens, eigene Geschichten vom unerlaubten Ausgehen, Streit mit den Eltern, dem Flirten und der Liebe und Stück für Stück verweben sich die Themen des alten Märchens mit dem Lebensgefühl der Jugendlichen.

Mit Bewegung, Tanz und Musik verändert und hinterfragt „Zertanzte Schuhe “ den Grimmschen Stoff und es entstehen neue Geschichten von jungen Menschen, die ihre Vorstellungen vom Leben entwickeln.
Regie Willy Combecher Regieassistenz, Bühne Santo Pedilarco Es spielen Eva Eisenberg Gina Fischer-Wasels Karl-Georg Kiesel Ilona Molnár Maddalena Nensel Daniel Shnitzer Anja Weyrauch Licht Lukas Wegner Musikalische Arbeit Jule Bauer Dramaturgie Noemi Barrawasser
Rico hat mehr - aber Lutz hat die Liebe
Von der ersten Eifersucht und Eltern, die peinlich sind, erzählt im Theaterhaus das "Junge Ensemble" der Gruenen Sosse

Erwachsene kennen das dumme Spiel: A liebt B, B aber C, C findet G attraktiv, während G sich womöglich nach A verzehrt ... Von Jugendlichen, die zum ersten Mal erfahren, welche Tücken die Liebe bergen kann, erzählt ein Stück von Katharina Schlender, das das Jugendensemble des Theaters Gruene Sosse jetzt im Frankfurter Theaterhaus auf die Bühne brachte, Willy Combecher führte Regie.

Sommer Lieben spielt auf einem Campingplatz. Dort wartet Rico, zeitweiliger Herr über die Imbissbude von Lutz, sehnsüchtig auf Jasmin. Denkt aber Jasmin, als sie endlich kommt, nur an Lutz. Weil Lutz nicht da ist (daran ist Rico schuld), schnappt sie sich Pascal. Pascal und sein jüngerer Bruder Theo wiederum finden es oberpeinlich, wie ihr Vater Viktor um Gitte rumschwänzelt, während ihre Mutter auf Mallorca urlaubt. Gitte wiederum macht sich Sorgen, Theo könnte ihre Tochter Eva schwängern. So, wie es vor 17 Jahren ihr passierte, auf just diesem Campingplatz.

Für ein schlichtes Büdchen ("Lutz hats", steht da drüber, "Rico hat mehr", schreibt Rico später im Trotz) sowie links und rechts davon kleine Sitz- und Spielplateaus hat sich Regisseur Combecher als Ausstattung entschieden. Dort wechseln die Szenen und Personenkonstellationen geschwind. Katharina Schlenders Text buchstabiert die Dinge und Liebesverwicklungen nicht allzu sehr aus, sondern umspielt das Thema, lässt Raum, die Beziehungsgeschichten weiterzuspinnen.

Den - bis auf Gitte und Viktor, die Eltern - jungen Darstellern kommt diese lockere Form augenscheinlich entgegen, sie müssen nicht dauernd auf der Bühne präsent sein, doch mit jedem kurzen Auftritt wird ihre jeweilige Figur ein bisschen runder. Klar und frisch agieren sie, und wenn Sommer Lieben demnächst ein bisschen auf Reisen geht (nach Kaufbeuren etwa), wird man dort sicher auch Spaß daran haben.

VON SYLVIA STAUDE
Regie Willy Combecher Regieassistenz, Bühne Santo Pedilarco Es spielen Eva Eisenberg Gina Fischer-Wasels Karl-Georg Kiesel Ilona Molnár Maddalena Nensel Daniel Shnitzer Anja Weyrauch Licht Lukas Wegner Musikalische Arbeit Jule Bauer Dramaturgie Noemi Barrawasser