|
Muffensausen |
|
die Produktion der Spielzeit 2000/2001 hatte Premiere am 9.Juni 2001 und war im weiteren auf dem Hessischen Kinder und Jugendtheaterfestival in Marburg als auch auf dem Treffen Junger Bühnen in Bonn in der Brotfabrik zu sehen.
Hektik. Atemnot. Enge. Angst. Lebensangst. Angst vor........der Zeit,.......... vor der tickenden Uhr, ..der Einsamkeit,..........vor dem Herztod, .....der Zukunft,.........vor der Erinnerung, ......der Ohnmacht,.....vor der Namenlosigkeit... Ausgehend von ihren eigenen Assoziationen lassen die jungen Darstellerinnen und Darsteller einen theatralischen Bilderbogen zum Thema Angst entstehen. Emotionen erleben Wechselbäder und die Gefühlswelt junger Menschen gleicht nicht selten einer Achterbahn. Bewegung, Musik und Sprachfragmente sind so ineinander verwoben, daß sie großen Teilen des Lebensgefühls dieser jungen Menschen Ausdruck verleihen. |
![]() |
![]() |
| Presse Frankfurter Rundschau Dieser Zischlaut Jugendliche Laien spielen ihr "Muffensausen" im Theaterhaus |
|
Sie tragen alle rot, rot wie die Liebe, wie die Aggression und vielleicht noch rot wie die Feuerwehr. Manchmal nämlich muss man sie schützen und retten, am Anfang aber sind sie kess, werfen Kusshände ins Publikum und schneiden Gesichter, die besagen: Pah, ihr könnt uns mal, wir sind die Stärksten. Dann aber zersetzt sich das Gruppenbild, aus dem Aufmarsch wird ein verzagtes Schlingern, und das Wort, das zuerst wie ein Zischlaut klingt und dann im Raum hängen bleibt, heißt Angst. Woher kommt sie, wie sieht sie aus und warum haben wir überhaupt Angst? Das ist das Thema, das Willi Combecher vom Theater Gruene Sosse-Jugendclub zusammen mit zehn Jugendlichen zu einer revueartigen Szenenfolge verarbeitet hat. Es werden teils literarische Texte, etwa von Sybille Berg, Erich Kästner oder Franz Kafka verwendet und teils selbst verfasste, denn die Jugendlichen spielen nicht Rollen, sondern sie bringen ihre eigenen Nöte, Fragen und Befindlichkeiten zum Ausdruck. Mut bedeutet es schon, gegen den Zeitgeist der Coolness überhaupt zuzugeben, dass es so etwas gibt wie Angst und dass man sie selbst hat und doch dazu gehört - nicht etwa ein Außenseiter ist, der die Kurve einfach nicht kriegt. |
Beschrieben wird in der Revue ein Ist-Zustand. Jedes neue der rasch wechselnden Bilder spielt auf eine der Angstquellen an, und sie sind zahllos, das Muffensausen, so der Titel, kommt von allen Seiten, von innen und von außen; man hat Angst vor dem Leben, Angst vor der Clique, Angst vorm Versagen, Angst vor Konkurrenz und Angst vorm Alleinsein - kurz, die Angst ist ein Gefühl, das vom Leben produziert wird, man muss sich nur damit auseinandersetzen, es nicht verdrängen. In der Revue geschieht das auf vielen Ebenen und in vielen Tonlagen, doch nie greinend, sondern eher offensiv und parodistisch. Nicht jede Szene glückt dabei, Tanzeinlagen sehen auch mal aus wie das Kinderspiel Um zwölf Uhr stehen die Geister auf, aber der Abend überzeugt trotzdem. Regisseur Combecher hat seine jungen Darsteller zweifellos geschult, aber er hat sie nicht zu Kunstschauspielern getrimmt. Die Mittel sind einfach und dem Können von Laien angemessen. Und sicher ist das der Grund, warum die Akteure unverkrampft und lebendig wirken und warum sich das, was sie zu sagen haben, als ihr eigenes Anliegen vermittelt. Man sollte ihnen zuhören. Von Jutta Baier |
![]() |








