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Frankfurter Allgemeine Zeitung Dienstag, 15.08.2011
Zwei grüne Stromer "Himmel und Meer" heißt das Kinderstück von Susanne Baccari und Valeria Cavalli, das nun in deutschsprachiger Erstaufführung zuerst im Moller Haus in Darmstadt, dann im Frankfurter Theaterhaus zu sehen ist. Die beiden Italienerinnen mischen zwei große Fragen zusammen, die Kinder stellen - und auf die Erwachsene bisweilen außerordentlich ungelenke Antworten geben können. Was war, bevor wir zur Welt kamen? Und wie gehen wir mit dem Gegenüber um, mit Geschwistern zumal? Dass es sich in diesem Fall um ganz besondere Gegenüber handelt, enthüllt sich im Lauf des Stücks, das in äußerst fruchtbarer Gemeinschaftsarbeit nun vom Darmstädter Theater Die Stromer und dem Frankfurter Theater Grüne Soße gezeigt wird. Die Stärke der Vorlage ist, einen Anteil von Rätselhaftigkeit zu pflegen, der poetisch wirkt. Das könnte rasch in Kitsch kippen. Dass dies nicht geschieht, liegt an der leichthändigen Regie von Sybrand van der Werf und der leichtfüßigen Körperarbeit von Wiebke Dröge, an der intrigierenden Musik von Rainer Michel und der geheimnisvoll neonblau leuchtenden und gewitzten Bühnenkonstruktion von Detlef Köhler. Der Darmstädter Thomas Best und der Frankfurter Sigi Herold entfalten darin ihre beiden geheimnisvollen Reisenden, sie spielen geradezu kindheitstrunken Flugzeug und Taucher, Killerwal und Yeti, hantieren mit kleinen Lichtern und langen Wortspielen. Es sind zuerst die Kinder, die anfangen, vor Lachen zu glucksen - die Erwachsenen grinsen bald in sich hinein. Eva-Maria Magel |
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Darmstädter Echo , 15. 8.2011
In der Vorschule des SeinsKindertheater: „Die Stromer“ aus Darmstadt und die „Grüne Soße“ aus Frankfurt zeigen die deutschsprachige Erstaufführung „Himmel und Meer“ im Theater Mollerhaus Von Jean-Paul Sartre weiß man ja, wie solche Geschichten ausgehen: Da sitzen die Menschen dann zusammen, stellen fest, dass sie tot sind, der Raum ist die Hölle, und die Hölle, das sind die Anderen. Wenn dann die Tür aufgeht, traut sich keiner in die Freiheit. So geht es im existenzialistischen Modellstück „Geschlossene Gesellschaft“ (1944), weil die Menschen mit ihrem Leben fertig sind. Im Darmstädter Theater Mollerhaus ist nun eine Art Anti-Sartre zu sehen: eine geschlossene Gesellschaft für neun Monate, ein Kindertheater über zwei Figuren in einem Raum, die hinaus wollen in ihr Leben. Von Stefan Benz |
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Frankfurter Rundschau, vom 08.09.2011, Seite 32 |
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MAIN-SPITZE Himmel und Meer“ auf der Studiobühne des Rüsselsheimer Theaters 07.02.2012 – RÜSSELSHEIM Von Lena KleinschmidtEin Zettel, eine Uhrzeit, ein Ort - das soll für zwei Männer der Anfang ihres großen Abenteuers werden. Sie wissen noch nicht, wer sie werden oder wohin es gehen soll, doch keiner von beiden hätte gedacht, dass es nicht allein auf diese Reise geht! Die zwei so verschiedenen Männer treffen sich völlig unerwartet - und wollen sich anfangs am liebsten ganz aus dem Weg gehen. Doch durch das gemeinsame Schicksal nähern sie sich einander an. Wie kleine Kinder streiten sie sich, testen ihre Grenzen aus und lernen sich langsam kennen. Der eine möchte ans Meer, der andere möchte in die Berge und dem Himmel so nah wie möglich kommen. Gemeinsam erfinden sie sich ihre beiden Welten und fiebern auf den Moment der Abreise hin. Für abstrakte Lichtspiele am Anfang oder die digitale Uhr diente ein Konstrukt aus Leuchtröhren. 19.22 Uhr ist es, als das erste Mal die Uhrzeit angezeigt wird, um 19.30 Uhr ist die Abreise. Schauspielerisch überzeugten Herold und Best mit ihrer überzeugenden Gestik, die etwa beim Pantomimen-Spiel für gute Stimmung bei den großen und kleinen Zuschauern sorgte. Auch in den spiegelverkehrt gespielten Szenen, die die Ironie dieser Begegnung auf die Spitze trieben, glänzten die beiden durch ihr synchrones Spiel. Trotz eines kleinen Publikums mit etwa 25 Zuschauern hat es allen viel Spaß gemacht. Nicht nur die Kinder waren gespannt und brachen oft in Gelächter aus. Auch eine kurze technische Störung vor Beginn des Stückes machte nichts aus - Theater ist eben immer noch ein echtes Live-Erlebnis und kein Kinofilm. Bei dem tiefsinnigen und humorvollen Stoff hatten auch die Erwachsenen allen Grund zu schmunzeln. Wer wegen der Kälte lieber zu Hause geblieben ist, hat wirklich etwas verpasst |






