STRANDLÄUFER
Eigenproduktion
Vier Schauspieler erscheinen im Anzug mit Kofferradio, Wasserpistole, Kühltasche und Teddybär. Sie sind Väter ihrer Kinder und Söhne ihrer Väter, sie treffen sich am Strand. Sie spielen gemeinsam wie Kinder witzig und spritzig, bauen Sandburgen und erzählen Geschichten. Sie lernen sich kennen, streiten und versöhnen sich. Sie spielen die Spiele der Kindheit aber auch die der Erwachsenen. Spiele die das Publikum zum Lachen bringen, unterhalten und amüsieren, aber nicht unberührt lassen. Ein Spiel nicht nur für Väter und Kinder.

Zur Entstehung Am Anfang hat jeder von uns eine Geschichte aus seiner Kindheit mitgebracht, eine Geschichte zwischen dem eigenen Vater und uns selbst. Eine Momentaufnahme des Verhältnisses zwischen Vater und Sohn. Wir haben uns an unsere Väter erinnert. Was schätzen wir an ihnen? Was lehnen wir ab? Wo sind wir ihnen ähnlich, wo unterscheiden wir uns von ihnen? Mit diesen Geschichten und Erinnerungsstücken aus der eigenen Kindheit haben wir eine Woche lang gespielt. Wir haben mit unseren Vätern gespielt.

Dann haben wir versucht herauszufinden, was unsere eigenen Kinder an uns schätzen und ablehnen. Wir haben unsere Antworten mit denen unserer Kinder verglichen. Wir haben mit den Antworten und den Spielsachen unserer Kinder gespielt. Wir haben auf der Bühne mit unseren Kindern gespielt.

So entstanden die Spannungsfelder der Bühnenfiguren. Ihre Quelle ist das private Ich, einerseits im Blickfeld der eigenen Kindheit und unserer Kinder, andererseits im Blickfeld unserer Väter und unseres Vaterseins. In diesen mehrschichtigen Verhältnissen kann der Zuschauer die Figuren entdecken und kennenlernen.

Unser Ziel ist es nicht, auf der Bühne private Geschichten zu erzählen. Unser Ziel ist, durch das Bühnenspiel eigene Geschichten im kleinen und grossen Zuschauer wachzurufen. Die Sparsamkeit der Worte ist kein Ausdruck von Wortlosigkeit. Wir wollen Raum lassen für eigene Assoziationen und Subtexte. Die Vier von der Bühne haben ihre Geheimnisse: weshalb hat der Mann mit der lustigen Brille seinen Teddybär im Gepäck? Weshalb entschuldigt sich der grosse Mann fortwährend? Weshalb will der Mann mit der Alfa-roten Badehose eine Pommesbude bauen? Weshalb tanzt der blasse Mann mit seinem Liegestuhl? Wir geben dem Zuschauer nicht unsere Antwort auf sein Kindsein oder Erwachsensein.Wir eröffnen auf der Bühne den Dialog mit dem Zuschauer über sein Kind- und Erwachsensein.

Es ist eine gemeinsame Reise aus der Vergangenheit in die Zukunft. Wir freuen uns auf diese Reise mit dem Zuschauer.
Marcel Cremer.


Regie: Marcel Cremer

Spiel: Willy Combecher,Günther Henne, Sigi Herold und Detlef Köhler

Zu dem Stück "Strandläufer" gibt es eine Presse- Vorbereitungs- Programm- Mappe die wir auf Anfrage gerne verschicken oder die hier als PDF Datei heruntergeladen werden kann.