Ein Schloss, das eine Menge Schlüsselöffnen können, ist ein echt beschissenes Schloss. Versteht ihr?

Mitten in der Geschichtsstunde blinken die Handys auf: Ein Nacktfoto von Scarlett. Sofort wird das Bild weitergeleitet und geteilt über die Smartphones. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Neuigkeit und innerhalb weniger Sekunden ist die gesamte Schule eingeweiht. „Schlampe“ denken sich ihre Mitschülerinnen und meiden, verspotten und beleidigen Scarlett. Es dauert nicht lange und ein zweites Foto taucht auf: Wieder ein Nacktfoto, doch diesmal ist ein Junge zu sehen: der allseits beliebte Russell. Den Spießrutenlauf, den Scarlett hinter sich hat, steht Russell nicht bevor. Für Jungs gelten anscheinend andere Regeln. Der Zusammenhalt der Mädchen, mit denen Scarlett groß geworden ist, droht zu zerbrechen.

MÄDCHEN WIE DIE thematisiert auf explosive und humorvolle Art entstehende Machtverhältnisse und Gewaltdynamiken. Evan Placey beschreibt das grausame Phänomen des Cyber-Mobbings und wirft die Frage nach der gelebten Gleichberechtigung der Geschlechter unter Jugendlichen auf.
Das Stück gewann den Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg und war für den Deutschen Jugendtheaterpreis 2016 nominiert.

Von Evan Placey, Deutsch von Frank Weigand

“Mädchen wie die” handelt davon was viele Jugendliche betrifft – Cybermobbing. Und es stellt unbequeme Fragen: Was dürfen junge Frauen? Und warum dürfen sie nicht dasselbe wie Jungs? Es wird nach Machtverhältnissen gefragt nach der Dynamik von Gewalt und danach, inwieweit patriachale Strukturen nach wie vor vorherrschen.

Regisseurin Christina Schelhas hat den Text auf vier Darstellerinnen verteilt: Eva Coenen, Kathrin Mader, Friederike Schreiber und Jessica Schultheis spielen die stutenbissigen Mädchen, die um ihre Rechte kämpfenden Vorgängerinnen ignorieren, glaubhaft zwischen aggressiv und verwirrt. Auch den Persönlichkeiten in den Rückblenden, die von der Geschichte der Frauenbwegung erzählen, hauchen sie Leben ein, Humor und Nachdenklichkeit.

“Mädchen wie die” ist ein gutes, wichtiges Stück für Jugendliche – egal welchen Geschlechts.

– Saarbrücker Zeitung 30.09.2019

„Mädchen wie die“ wird als mobile Produktion erarbeitet und kann ab Feb. 2020 für Gastspiele gebucht werden.
Licht- und Tonanlage, verdunkelbarer Raum, Hängemöglickeit für Stange im hinteren Bühnenbereich
Spielfläche: Breite 8 m breit, Tiefe 7 m, Höhe 3,5m
Aufbau 3 Std., Spielzeit 60 Min., Abbau 1 Std.
Altersgruppe: 8.-10. Klasse ab 14 Jahren,
Zuschauerbegrenzung: 150 bei Schulvorstellungen,

M A P P E

B Ü H N E

Ein Schloss, das eine Menge Schlüsselöffnen können, ist ein echt beschissenes Schloss. Versteht ihr?

Spiel: Eva Coenen, Kathrin Marder, Friederike Schreiber, Jessica Schultheis
Regie: Christina Schelhas
Dramaturgie: Ossian Hain, Anna Schwamborn
Ausstattung und Bühne: Larissa Jenne
Bühnenbau: Detlef Köhler
Choreografie: Katharina Wiedenhofer
Produktionsleitung und Assistenz: Fiona Louis

KOOPERATIONEN

Eine Produktion in Kooperation mit dem überzwerg – Theater am Kästnerplatz, im Rahmen des Doppelpassbündnisses „ÜBER.LAND“ zwischen dem TheaterGrueneSosse, dem überzwerg – Theater am Kästnerplatz und dem Hessischen Landestheater Marburg.
Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes.